Jeder von uns spürt am eigenen Leibe, dass unsere Zeit unruhiger geworden und im Wandel begriffen ist. Die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und sozialen Prozesse laufen immer schneller ab und ihre Auswirkungen werden immer vernetzter. Wir alle spüren das und erfahren diesen Wandel jeden Tag.

Seit einigen Jahren erobern neue Technologien unsere Alltagswelt, Computer und Smartphone sind inzwischen allgegenwärtig, big data wird immer breiter eingesetzt und Siri, Alexa und Co sind schon jetzt Teil vieler Haushalte geworden. Dies alles sind allerdings nur die „Vorboten“ der auf uns zukommenden Digitalisierung der Alltagswelt und der Industrie 4.0 und dieser (scheinbar „nur“) technologische Wandel wird  unser Leben in noch viel größerem Ausmaß verändern, als wir es heute ahnen!

Bleibt bei diesem technologischen/gesellschaftlichen/digitalen Umbruch noch Raum für uns selbst, für unser Streben nach Glück, unserer Suche nach Sinn und Erfüllung? Geraten unsere menschlichen Bedürfnisse dabei unter die Räder oder könnte genau das Gegenteil der Fall sein und sich durch diese Prozesse ganz neue Räume für uns eröffnen? Räume, die für alle uns voraus gegangenen Generationen  undenkbar waren und die wir uns auch jetzt noch nicht so genau vorstellen können?

Beides halte ich für möglich!

Der zu lösende Widerspruch lässt sich etwa so beschreiben: Wenn durch den Prozess der „Industrie 4.0“ immer mehr Roboter die Arbeiten übernehmen, die wir selbst nicht mehr erledigen wollen oder können (weil sie zu eintönig oder zu gefährlich sind), ist das unbestreitbar ein ökonomischer Fortschritt: Es wird in Zukunft Fabriken geben, in denen Hunderte Roboter, aber nur eine Handvoll Menschen arbeiten. Roboter werden auch immer „menschenähnlicher“ werden und Arbeiten übernehmen, die wir bisher für uns „gepachtet“ hatten . Die Folge davon wird sein, dass sehr, sehr viele Arbeitsplätze wegfallen und ganze Berufsgruppen aussterben.

Was wird dann aber aus all den „freigesetzten“ Mitarbeitern? Sollen sie alle umschulen und wenn ja, auf welche Berufe, wenn doch immer mehr Arbeit durch Roboter übernommen wird und immer mehr Berufe „aussterben“?

Genau darin liegt das Problem und gleichzeitig auch seine Lösung: Seit Generationen sind wir daran gewöhnt, unsere Persönlichkeit, unsere Identität und unsere menschliche Würde über unsere Erwerbstätigkeit und Arbeit zu definieren: Der eine ist Arzt, andere sind Krankenschwester, Sekretärin, Lehrerin oder Straßenkehrer, arbeitslos, geringfügig beschäftigt oder Rentner, … Jetzt, da die Arbeitswelt sich durch die Digitalisierung/„Industrie 4.0“ komplett revolutionieren wird, stellt sich die Frage nach dem Sinn unseres Lebens ganz neu:

Wer bin ich und wer will ich sein — unabhängig von meiner Arbeit und Berufstätigkeit?

Im Alten Rom war der „süße Müßiggang“ ein Ideal der Adligen – arbeiten müssen war ein „Privileg“ der Sklaven und der unteren Schichten. In der Utopie des Kommunismus sollte jeder nach seinen Fähigkeiten und Bedürfnissen leben können — zwei Tage in der Woche arbeiten und den Rest der Zeit in Museen und Bibliotheken verbringen, ins Theater gehen oder die Landschaft pflegen, Bücher lesen oder schreiben, Menschen helfen, sich in der Natur aufhalten, … Heute ist dies nicht nur Utopie, sondern sogar in einer kapitalistisch geprägten Wirtschaft  bereits realisiert – wenn auch  nicht so bekannt  („Die Befreiung der Arbeit“)!

Wenn durch die „Industrie 4.0“ Roboter zukünftig alle möglichen Arbeiten übernehmen werden, die wir Menschen als „Sklaven der Arbeit“ bislang ausführen mussten, könnten wir diesen „Vorgang“ persönlich und gesellschaftlich auch so interpretieren, dass wir nicht „von Arbeit freigesetzt“ werden, sondern Lebenszeit geschenkt bekommen!

Wenn wir letzteres tun, stellt sich sofort die Frage, was wir mit dieser geschenkten Lebenszeit anfangen? Worüber definiere ich mich, meine Persönlichkeit, Identität und menschliche Würde, wenn nicht über meine Arbeit und meinen Beruf?

Diese Identitäts-Frage für sich selbst zu beantworten, wird die kommende Herausforderung für jeden von uns sein. Neue Antworten müssen aber auch in unserem Bildungssystem und unseren Schulen gefunden werden. Auch unsere Sozialsysteme müssen umgestaltet werden und Konzepte, wie das bedingungslose Grundeinkommen müssen ernsthaft diskutiert werden. Genauso werden unsere „Industrielenker“ angesichts der zunehmenden Vermüllung unserer Welt und der zunehmenden Verknappung von Ressourcen neue Antworten finden müssen – was umso mehr möglich sein sollte, als es entsprechende Ansätze bereits gibt.

Umdenken ist also angesagt, egal ob in den  Wirtschafts-, Bildungs- oder Sozialsystemen – vor allem aber für jeden von uns persönlich!

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In meiner Arbeit, egal ob als Coach, Künstler, Therapeut oder Dozent, geht es mir in erster Linie darum, Euch nicht zu noch mehr „Selbstoptimierung“ anzutreiben. Es geht mir vielmehr darum, Euch zum Innehalten zu ermutigen!

Jeder von uns ist nur in einem Zustand der Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung in der Lage, den oben beschriebenen Zentrifugalkräften dieser immer schneller werdenden Welt zu widerstehen und sich selbst ins Zentrum seines Lebens zu stellen. Achtsamkeit und Selbstreflexion sowie das Bewusstmachen eines eigenen Wertesystems und somit der eigenen Würde, werden für die Zukunft überlebenswichtig sein.

Es geht mir in diesem Prozess vor allem darum, dass wir alle aus allen möglichen „Opferrollen“ heraus kommen und uns unserer Eigenverantwortung und unserer Selbstwirksamkeit wieder bewusst werden. Denn „Opfer“ sind immer manipulierbar und haben sich selber in die Rolle eines „Objekts“ manipuliert. Es scheint mir daher dringend notwendig, dass wir Menschen uns wieder als Subjekte begreifen, also als Gestalter und Schöpfer unseres eigenen Lebens!

Nur wenn wir anfangen, uns selbst als autonome, liebevolle und liebende Subjekte zu sehen und miteinander autonom und liebevoll zu interagieren, wird ein freudvolles, harmonisches und würdiges Miteinander dauerhaft möglich sein.

Die dazu nötige Kreativität entsteht im Kopf – Glück ist jedoch eine Angelegenheit des Herzens!

Erst wenn wir uns unseren Gefühlen und unserem Herzen zuwenden, wenn wir wieder lernen, auf unser „Inneres Kind“ zu hören, kommen wir in Kontakt mit unserem wahren Potential. Wir werden uns nicht länger im Außen (z.B. in der Arbeit) verlieren und dort nicht weiter vergeblich nach unserem inneren Glück suchen.

„Das Glück bist DU! Mach dir das klar.
Wenn du es willst wird jedes Wunder wahr.
Das Glück ist JETZT! Das Glück ist HIER!
Alles, alles ist in DIR!“ 
(aus: „Das Glück bist du“ von Torsten Riemann)

Es geht letztendlich um eine einfache, aber nicht leicht umzusetzende Entscheidung:

Möchtest Du ein „Hassprediger“ oder ein „Friedensstifter“ sein?
Wenn Du Frieden im Inneren und Äußeren suchst – nimm Du hier Kontakt zu mir auf!
Ich freue mich auf Dich!